(SKFM DV) Im Rahmen der wöchentlich erscheinenden Reihe "Steckbrief Ehrenamt" im Regionalteil der Rheinpfalz Speyer, wurde durch die ehrenamtliche Betreuerin Ingrid Stadler das besondere Ehrenamt rechtliche Betreuung vorgestellt und einem breiten Publikum bekannt gemacht.

Ingrid Stadler hat seit 1997 Kontakt zum SKFM Germersheim und Speyer und führt derzeit zwei Betreuungen von Speyerer Heimbewohnern. Sie übt dieses Amt mit großem Engagement für ihre Schützlinge.

Das Interview mit ihr beschreibt die typischen Aufgaben des rechtlichen Betreuers gut:

1. Frau Stadler, waren Sie heute schon in Ihrem Ehrenamt tätig?
Ja, ich habe die Kontoauszüge meiner Betreuten kontrolliert und Medikamente bestellt.
2. Wie sind Sie zum Ehrenamt gekommen?
Die Oma meines Mannes konnte aufgrund von Alter und Krankheit ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln und benötigte eine rechtliche Betreuung. Ich wendete mich 1997 an den SKFM. Seit dieser Zeit bin ich dabei. Die Oma meines Mannes ist 2008 verstorben. Danach war ich bereit, das Amt des rechtlichen Betreuers auch für andere, mir zuvor unbekannte hilfsbedürftige Menschen zu übernehmen.
3. Was fällt für das Amt an – welche Aufgaben, welcher Zeitaufwand?
Bürotätigkeiten wie z. B. Schriftverkehr mit Behörden, Versicherungen oder dem Betreuungsgericht, Telefongespräche mit dem Altenheim und den Behörden, Einkäufe, Medikamentenbestellungen, Krankenhausbesuche, Besuche im Altenheim, Gespräche mit Pflegepersonal und Ärzten
4. Haben Sie ein besonderes Talent dafür, das gewisse Etwas?
Ich kann mich gut in ältere Menschen einfühlen und mich auf diese einlassen. Ich bemühe mich sie dort abholen, wo sie sich gerade gefühlsmäßig befinden.
5. In welchen Momenten geht Ihnen das Herz auf?
Wenn jemand heute sterben möchte und morgen wieder Pläne schmiedet. Oder wenn meine Schützlinge sonst gar keinen Besuch bekommen und sich freuen, dass ich komme und die Hand halte, mit ihnen lache oder über die Vergangenheit erzähle.
6. Und wann platzt Ihnen der Kragen?
Wenn bei einem Betroffenen nahe Verwandte da sind, aber keiner von ihnen sich um schriftliche Angelegenheiten kümmern will und deshalb dafür die rechtliche Betreuung als kostenlose ehrenamtliche Hilfe in Anspruch nimmt.
7. Sie tun etwas für andere – wie kann man denn Ihnen helfen?
Ich bin zufrieden so wie es ist, denn ich bin gesund und sportlich unterwegs. Ich erfreue mich an meinen Enkelkindern.
8. Und bleibt an den Wochenenden auch Zeit für etwas anderes?
Ja, ich gehe z. B. gerne joggen und nehme mir Zeit mit meinem Mann gut essen zu gehen.

 

Ingrid Stadler (Bild privat)