(SKFM DV/RPK) In einem Workshop und Erfahrungsaustausch für Ehrenamtliche befassten sich am 18. September Betreuer und Angehörige von Betroffenen mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie.

Horst Köster, Psychotherapeut, erläuterte die Grundzüge der Erkrankung sehr anschaulich und gut verständlich. Die Anwesenden tauschten sich intensiv über eigene Erfahrungen aus und hatten Gelegenheit ihre Fragen loszuwerden.

Sie profitierten von den jahrzehntelangen Erfahrungen des Referenten und seinen umfangreichen Kenntnissen zu aktuellen Forschungsergebnissen und Behandlungsmethoden. Insbesondere Überlegungen zur adäquaten medikamentösen Behandlung sowie der zwischenmenschliche Umgang mit den betroffenen Patienten wurden den Teilnehmern des Workshops sehr wichtig. Es wurde deutlich, dass es sich immer wieder lohnt, eingefahrene Behandlungsmuster und jahrelang unveränderte Medikation zu hinterfragen. Mut machte auch die Erkenntnis, dass längst nicht alle Schizophrenie-Patienten langfristig mit der Erkrankung zu kämpfen haben. Ein Drittel der Betroffenen erkrankt nur einmal akut und dann für den Rest des Lebens nicht mehr. Ein weiteres Drittel ist zwar immer mal wieder episodenweise mit der Erkrankung konfrontiert, kann ansonsten aber ein recht geregeltes „normales“ Leben führen. Lediglich das verbleibende Drittel der Schizophrenie-Patienten bleibt ein Leben lang erheblich durch die Krankheit gehandicapt. Betroffene sowie ihre Angehörigen und rechtlichen Betreuer, sollten immer wieder das Gespräch mit den behandelnden Ärzten suchen und in ihren Behandlungswünschen ernst genommen und begleitet werden. Herr Köster wies auf die Homepage der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie hin. Dort hat man die Möglichkeit sich die für psychiatrische Erkrankungen erarbeiteten Leitlinien herunterzuladen. Eine gute Grundlage, um mit behandelnden Ärzten das Gespräch zu suchen: https://www.dgppn.de/leitlinien-publikationen/leitlinien.html