„Er hat die Ortsvereine und den Diözesanverein gegründet und er hat für gelebte Caritas gesorgt. Man kann sagen, es geht eine Ära zu Ende.“ Der so gelobte ist der Geschäftsführer des Diözesanvereins des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer SKFM für das Bistum Speyer, Michael Neis.  Die Würdigung seiner 26-jährigen Tätigkeit für den SKFM sprach Roswitha Orth aus, die Vorsitzende des SKFM Diözesanvereins. Michael Neis geht zum 31. Januar in die Passivphase der Altersteilzeit.

Am Montagvormittag feierte er seinen Abschied mit rund 110 Gästen in der Zentrale des Caritasverbandes für die Diözese Speyer, in der auch der SKFM seine Räume hat.

Domkapitular Josef Szuba, Leiter der Hauptabteilung Personal beim Bischöflichen Ordinariat Speyer und geistlicher Beirat des Diözesanvereins des SKFM, sagte über Neis: „Er hat von Anfang an mit Leidenschaft für seine Aufgabe gebrannt und einen großen Eifer an den Tag gelegt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar.“ Besonders freue ihn, dass Neis ehrenamtlich die Betreuung von elf Pfarrern im Ruhestand führe, die sich um ihre eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst kümmern können. Szuba las aus einem persönlichen Brief des Bischofs Dr. Karl-Heinz Wiesemann an Neis vor, in dem er dessen Grundhaltung der Hilfe zur Selbsthilfe würdigte. „Sie haben auch von Anfang an auf die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen gesetzt und sehr viele ehrenamtliche Betreuer gewinnen können“, zitierte Szuba den Bischof. Dafür werde ihm der Bischof im Oktober bei der Feier zur Domweihe die Pirminius-Plakette verleihen. Das ist die höchste Auszeichnung des Bistums für kirchlich-karitatives Engagement.

Michael Neis wurde vor 26 Jahren, nach der Reform des Betreuungsrechts, vom damaligen Caritasdirektor Alfons Henrich mit der Gründung des SKFM beauftragt. Vor der Reform gab es die so genannten Vormundschaften, die häufig einer Entmündigung gleichkamen. Die Reform beendet dieses Verständnis. Gesetzliche Betreuung wurde ab dann als individuelle Hilfe für jede einzelne betroffene Person verstanden. Der Diözesanverein des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer (SKFM) für das Bistum Speyer wurde im August 1991 gegründet, um sich den Aufgaben des neuen Betreuungsrechts zu stellen. Michael Neis (58) war der Mann der ersten Stunde, der ab Oktober 1991 dann die Aufgabe hatte, in der gesamten Diözese Ortsvereine zu gründen, die sich vor Ort um die Betreuungen für betroffene Menschen kümmern sollten. „Der Geist des Betreuungsrechts, die persönliche Betreuung zum Wohl des Betroffenen, sollte in konkretes Handeln umgesetzt werden“, berichtete Roswitha Orth. „Dafür setzte sich Michael Neis gemeinsam mit sozial- caritativ engagierten Frauen und Männer ein.“ Dabei wies der Speyerer SKFM von Anfang an eine deutschlandweite Besonderheit auf – bis heute: „Nirgendwo sonst werden die Frauen mit dem F im Namen des Diözesanvereins genannt. In allen anderen Diözesen ist das der SKM. Nur in Speyer nicht.“ Das sei neben Elisabeth Stützel im Gründungsvorstand auch Michael Neis zu verdanken gewesen.

Der Nachfolger für Michael Neis ist auch schon da: Salvatore Heber ist im Oktober 2017 von der Stelle des Geschäftsführers des Ortsvereins Kaiserslautern nach Speyer gewechselt und übernimmt zum 1. Februar die Geschäftsführung des Diözesanvereins.

Text und Foto: Caritasverband für die Diözese Speyer

 

Salvatore Heber (links) ist der neue Geschäftsführer des SKFM Diözesanvereins und Nachfolger von Michael Neis, der 26 Jahre lang die Auf- und Ausbauarbeit der Betreuungsarbeit geleistet hat.