(SKFM DV) Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche der katholischen Betreuungsvereine trafen sich am 25. September 2026 die Verantwortlichen des SKFM Diözesanvereins Speyer, Hans-Joachim Schulz und Salvatore Heber, sowie des SKM Diözesanvereins Trier, Helmut Müller und Stefanie Löwen, mit dem Justizminister des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Helmut Martin. Dr. Martin würdigte die wertvolle Arbeit der Betreuungsvereine und zeigte großes Interesse an den aktuellen Themen und Herausforderungen der Rechtlichen Betreuung. In einem sehr guten und offenen Dialog wurden insbesondere die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen im Betreuungswesen angesprochen. Mit Blick auf die hohe Bürokratie und die teilweise langen Bearbeitungszeiten in unterbesetzten Behörden betonte Dr. Martin: „Der Staat muss den rechtschaffenen Bürgern mehr vertrauen.“

Ein möglicher Ansatz zur Entlastung der Betreuer könnten sogenannte „Wohlverhaltensklauseln“ sein: Werden Sozialleistungen durch registrierte Betreuer beantragt und bleiben die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der betreuten Person unverändert, könnten Bewilligungszeiträume deutlich verlängert werden. Der Staat kann dabei darauf vertrauen, dass Veränderungen im Rahmen der Mitwirkungspflichten zuverlässig mitgeteilt werden. Weniger Bürokratie würde die Betreuer entlasten und käme letztlich vor allem den betreuten Menschen zugute.

Ein weiteres zentrales Thema war die derzeit nicht kostendeckende Finanzierung der Betreuungsarbeit. Die im Koalitionsvertrag vorgesehene nächste Erhöhung der Betreuervergütung zum 1. Januar 2028 sollte sich daher konsequent an den KGSt-Werten orientieren und für die Zukunft dynamisiert werden. So könnten Kostensteigerungen regelmäßig berücksichtigt werden, ohne dass alle paar Jahre erneut ein aufwendiges Gesetzgebungsverfahren angestoßen werden muss.

Eine verlässliche und planbare Finanzierung würde die Betreuungsvereine und Rechtlichen Betreuer stärken und zugleich eine Arbeit würdigen, die meist im Hintergrund geschieht, für den sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt aber von großer Bedeutung ist.